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Flechum

flechumFranziskuskirche Flechum

In den Kirchenbüchern erscheint häufig der Name Flechtmann oder Flechmann, dieses Geschlecht, so vermutet Simme, war wahrscheinlich auf einem Hofe zu Höven ansässig.
Das Kommunikanten- und Bevölkerungsregister verzeichnet für die "Baurschaft Flechtmann" im Jahre 1652 45 Erwachsene über 14 Jahre bei 12 Familien.
Nach der Schulchronik gab es in Flechum 14 Beerbtenstellen mit Heuerleuten. Die Beerbtenstelle Schulte war lehnpflichtig an Flechtmann. Die anderen mußten Pacht an das Gut Eickhoff zahlen.
Flechum hatte die Berechtigung die Kühe auf dem Haselünner Malemoor zu weiden. Zu den Höfen gehörten Schafherden. 1872 erfolgte die Teilung der Feldmark. Die Zahl der Schafe verringerte sich. Als später der Kunstdünger eingesetzt wurde veränderte sich auch in Flechum die Landwirtschaft. Schafdünger wurde nicht mehr benötigt.
An der Heerstraße lag früher ein großer Eichenwald. Letztes Überbleibsel ist noch der Klusebohm. Die jahrhundertealte Eiche ist leider vor einigen Jahren abgestorben. Es wurde ein neuer Baum gepflanzt. Der Klusebohm war vor Jahrhunderten Richtstätte. Es wurde hier, ebenso wie auf dem Breiten Stein in Haselünne unter freiem Himmel Recht gesprochen.
Durch die jahrhundertelange Schafweide entwickelte sich um Flechum wie auch in weiten Teilen des Emslandes eine Heidelandschaft; Flugsanddünen entstanden. Dieser trostlose Zustand veranlaßte den Fürstbischof von Münster Maximilian Friedrich (1761 - 1784) durch verschiedene Verordnungen eine Besserung anzustreben. Im Gebiet des Gerichtes Haselünne sollten 58.000 Scheffelsaat aufgeforstet werden. Diese Aufforstung fand in Flechum wie auch in anderen Gemeinden nicht unbedingt Gegenliebe. Nach der Schulchronik ist bezeugt, dass auch in Flechum der Samen gekocht wurde und als Dünger auf den Acker gestreut wurde. Nach Anfangsschwierigkeiten sah man bald ein, dass durch Aufforstung mit Kiefern der Flugsand eingedämmt werden konnte. Als weiteres Mittel gegen das Sandtreiben wurden früher Wiesen und Äcker mit Wällen umgeben.
Flechum liegt etwas abseits der Heerstraße Haselünne - Löningen. Aus heutiger Sicht eine weise Entscheidung, da Flechum im Gegensatz zu Eltern nicht mit dem ständig steigenden Durchgangsverkehr belastet ist. Mit dem Bau der Eisenbahn erhielt Flechum einen eigenen Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahre 1900 gebaut. Es wurde bezahlt aus dem Erlös eines Grundstücksverkaufs, welches Flechum für die Aufhebung der Gerechtsame, des Weiderechtes im Haselünner Mallemoor, erhalten hatte.

Die Schulchronik berichtet, dass das Jahr 1824 ein Auswanderjahr war. Sechzehn Familien verließen gemeinsam Flechum und wanderten aus.
Wie die Chronik weiter berichtet, hat es in Flechum einen Truppenübungsplatz gegeben. Er war etwa ca. 40 Morgen groß und von einem Wall umgeben. Im Krieg 1866 hielten die in Flechum einquartierten Soldaten des Königs von Hannover dort ihre Übungen ab.
Bereits 1927 erhielt Flechum elektrisches Licht.

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