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Bückelte

Bückelter Kapelle

Um sich in der Kapelle einen regelmäßigen priesterlichen Gottesdienst zu sichern, gründeten die Bauern 1564 eine Kapellenstiftung. Diese verbanden sie mit einem südlich an den Kapellenberg grenzenden Kotten, den damals Johann Pels gepachtet hatte. Laut Stiftungsvertrag hatte der jeweilige Pächter des Kotten dem Pfarrer in Bokeloh jährlich zu Lichtmeß 18 Scheffel Roggen und einen Hornschen Gulden zu entrichten. Dafür war dieser verpflichtet, jeden Monat und besonders am Patronats- und Weihefest eine Messe zu halten oder zu predigen. Die Kapellenstiftung wurde 1918 durch den Pächter Joseph Tensing gegen Zahlung des 25fachen Werts einer Jahresabgabe (1237,30 M) abgelöst. Nach dem  Pfarrer von Bokeloh übernahmen die Maristenpatres aus Meppen den Gottesdienst in der Kapelle. 
Ab 1924 versorgte sie ein in Lehrte ansässiger Pastor. Inzwischen hatte sich nämlich Bückelte und Lehrte zu einem Seelsorgebezirk in der Pfarre Bokeloh mit eigenem Pastor zusammengeschlossen. 1969 wurden beide Gemeinden kirchlich zu einer von Bokeloh unabhängigen Kuratiegemeinde vereinigt. Wegen Priestermangels ist ihre Leitung heute dem Pfarrer der Vinzentiusgemeinde Haselünne übertragen.
Neben der Kapelle war die Bückelter Schule 200 Jahre der kulturelle Mittelpunkt des Dorfes. Das erste Schulgebäude war an die Nordwand des Kapellenturms angebaut. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen hier ortansässige, von der Kirche ausgebildete und beaufsichtigte Schulmeister mit dem Unterricht. 1864 zogen die Schulkinder in ein neues Gebäude am Fuße des Kapellenberges um. Die dritte Schule aus dem Jahre 1930 wurde 1971 im Zuge der Schulreform geschlossen und danach verkauft. Seitdem besuchen die Bückelter Kinder den Kindergarten und die Grundschule in Lehrte und wechseln von dort an die Haselünner Schulen.

Bis zur Mitte unseres Jahrhunderts war das Dorf Bückelte eine typische Bauerschaft. Gehöfte von 3 Vollerben und einer wechselnden Anzahl von Teilerben und Heuerleuten gruppierten sich um den Dorfbrink. Ein geflochtener Holzzaun mit 7 Haken (Pforten) umgab das ganze Dorf. Er gestatte den Bauern, ihr Vieh frei auf dem Brink umherlaufen zu lassen. In der Umgebung ermöglichten ausgedehnte Weiden, Wiesen und Hudewälder eine ergiebige Weidewirtschaft. Darauf läßt eine Anzeige des Drosten Stephan von Düthe schließen, nach der 1365 allein in Bückelte während der Tecklenburger Fehde 105 Kühe, 210 Schafe und 14 Schweine geraubt wurden. Auf den ältesten Eschböden weist Ernst Giese eine Plaggenauflage bis zu 1,30 m nach und bestätigt damit einen frühen Ackerbau. Im 11. Jahrhundert erwähnt ein Corveyer Zehntregister einen Bückelter Bauern mit einer Abgabepflicht von 20 Scheffeln Roggen und 3 Scheffeln Hafer. Als Kornzehnten hatten die Bückelter später (nach Erich Riebartsch) jährlich im Schnitt 160 Vierup (50 ½ DZ) Roggen zu entrichten. Zehntherren waren von 1463 bis 1720 die Ritter von der Kreyenborg, danach die Haselünner Armenkommission.

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