Die Ableitung des Namens Lotten will so eigentlich nicht gelingen, weshalb denn auch darauf verzichtet wird. Sicherlich ist die Geschichte des Ortes Lotten eng verbunden mit dem Rittergut Haus Lotten.

Der Weg zu einem solchen Rittergut hat seine Ursache in der politisch unruhigen Zeit des 12. bis 14. Jahrhundert. In Lotten bestand schon zu Beginn der Corveyer Zeit ein sogenannter Salhof. Salhöfe waren (Eigen)Besitzungen eines Klosters, die auf Rechnung des Klosters durch Leibeigene, die den gesamten Betrag abzuführen hatten, und durch hörige Bauern bewirtschaftet wurden. Auch sie waren dem Kloster zu Diensten und Abgaben verpflichtet. Bedingt durch die unruhigen, fast herrscherlosen Zeiten, waren dieses ursprüngliche System in seiner Funktion sehr beeinträchtigt. Um seinen Einfluss wieder Geltung zu verschaffen, ging das Kloster im 12. Jahrhundert dazu über, Salhöfe mit den umliegenden Bauernerben zu Kurien zusammenzufassen. An der Spitze eines so veränderten Salhofes stand nun ein Ver-walter, der Sallandverwalter. Er hatte dafür zu sorgen, dass die abzuliefernden Abgaben an das Kloster abgeführt wurden. In dem Heberegister von 1107 wird Lotten als ein solcher Salhof ausgewiesen.
Die Einsetzung von Sallandverwalter erwies sich in der Folgezeit für das Kloster Corvey als verhängnisvoll. Die Sallandverwalter, auch Meier genannt, blieben auf Dauer keine hörigen Knechte mehr, sondern wurden zu selbständigen Beamten. Gleichzeitig verstanden sie es, ihr Amt in den Status eines Familienerbes umzuwandeln. Damit war die Entwicklung zum Rittersitz  eingeleitet. Eine Urkunde  erwähnt Ende des 12. Jahrhunderts, dass dem Ritter Bernhard von Borsum und seinen beiden Brüdern Widold und Eberhard das Meieramt des Hofes Lotten übertragen wird. Wie lange die Familie von Borsum auf Lotten ansässig war, läßt sich nicht mehr feststellen. Im nächsten Jahrhundert wurde dann der Hof Lotten wahrscheinlich befestigt. Im 15. Jahrhundert ging der  Hof  Lotten in den Besitz der Familie von Dwingelo über, wobei die von Dwingelo Lotten als Beinamen annahmen. Von Dwingelo gehörte der Burgmannschaft zu Haselünne an. Das Geschlecht von Dwingelo saß vierhundert Jahre auf Lotten, bis es zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Clemens von Dwingelo ausstarb. Danach gelangte das Haus Lotten in den Besitz des Obersten Christian Wolfgang von Spieß, der mit einer Schwester des Clemens von Dwingelo verheiratet war. Schließlich wurde das Anwesen 1902 von dem Regierungspräsidenten von Münster, Alfred von Gescher, erworben. 1905 wurde das Lottener Herrenhaus niedergelegt und durch eine neues Gebäude ersetzt. Das Gut Lotten ist noch heute im Besitz der Familie von Gescher.

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