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Zwei Stunden östlich der Kreisstadt Meppen im Kreise gleichen Namens, im Kirchspiele Bokeloh an dem rechten Ufer der vom Hümmling kommenden, wasserreichen Radde, einem Nebenfluß der Hase, liegt das idyllische, schöne Dorf Lohe ..." so beginnt die im Jahre 1894 begonnene Schulchronik der Alten Schule Lohe.

Die Schulchroniken, die aufgrund einer Verfügung der preußischen königlich-politische Regierung zu Osnabrück aus dem Jahre 1894 angelegt werden mussten, waren nicht nur Aufzeichnungen der statistischen Daten der Schulen, sondern darüber hinaus Dorf- und Heimatchroniken. Als bislang einzige Schulchronik ist die Schulchronik Lohe vom sehr rührigen ,,Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Lohe e.V." 1995 in Buchform herausgegeben worden.
Abels hat sich in seiner Geschichte der Ortsnamen des Emslandes ausführlich mit dem Wort "lo" (auch Laa, Lohe) befaßt. Nach seiner Meinung bedeutete es im ursprünglichen Sinne eine kleinere Waldfläche, aber vielfach eine solche, in der sich eine Lichtung befand oder künstlich geschaffen war. Er führt Lohe auf als Bauernschaft an der Mittelradde um l000 als Laa. Lehrer Sievermann befaßt sich ebenfalls mit dem Begriff Lohe. Er vermutet, dass ,,dieser Name von Holz abgeleitet wurde die Rinde des Eichenholzes wird nämlich als Lohe zum Gerben vom Leder benutzt. Da sich nun in hiesiger Gemeinde viele Eichen befanden, auch jetzt noch manche vorhanden sind, berechtigt das zu der Annahme den Namen des Ortes Lohe von Holz abzuleiten."
Der Beginn der ursprünglichen Besiedlung liegt im Dunkeln der Geschichte. Aus dem Bereich Lohe sind Urnenfunde bekannt. Um 1890 sind drei Urnen auf dem Schleper bei Anlegung der Eisenbahn gefunden worden. Der Sage nach legte ein Bauernsohn aus Dörgen mit einer Rodung den Grundstein für Lohe. Urkundlich wird Lohe erstmals durch Kaiser Konrad II. am 19. August 1020 bei der Entrichtung des Zehnten an die Kirche in Meppen erwähnt. Nach einer anderen Überlieferung soll das Dorf Lohe zuerst im 12. Jahrhundert von Ludolf von Langen mit zwei abgabepflichtigen Bauern angelegt worden sein. Lohe ist ein altes Bauerndorf, welches, damals wie heute zur kath. Kirchengemeinde Bokeloh gehört.
Zur Schulgemeinde Lohe gehörte auch die Ortschaft Schleper. Abels erläutert diesen Begriff ,,der Sinn kann sein: Ein nach einer Niederung abschüssiger Geländeteil. Des selben Namens ist Schleper M., Bauernschaft bei Haselünne, wo ein Bernd zum Schleper 1624 erwähnt wird."


Alte Schule Lohe

Die Geschichte des ältesten landwirtschaftlichen Hofes, der Familie Schulte im alten Ortskern läßt sich ca. 350 Jahre zurückverfolgen. Durch Aufteilung auf die zweite Generation sind drei weitere Höfe (Berens, Janzen, Hermes/jetzt Mödden) entstanden. Diese vier landwirtschaftlichen Betriebe befinden sich auch heute noch im Ortskern.
1894 gehörten zu Lohe 14 Familien (4 Beerbte - Grundbesitzer und 10 Heuerleute mit 100 Einwohnern). Um 1900 hatte Lohe 87 Einwohner.
1928 entstand der neue Ortsteil Loher Feld, für welchen Bauern für die Neuansiedlung Heideflächen an 14 Siedler am Karlswald abgaben. Mit dem bereits 1918 erbauten Mariannenhof besteht Loher Feld aus 15 Häusern. Das Loher Feld bestand aus weiten Heideflächen mit Sandkuhlen sowie moorigen Stellen. Die Siedler mußten in harter körperlicher Arbeit ihre Flächen urbar machen und erst landwirtschaftliche nutzbare Flächen neu schaffen. Wer heute die schmucken Häuser sieht, kann sich kaum noch vorstellen unter welchen harten Bedingungen im Loher Feld, wie sicherlich vielfach an anderen Stellen auch, vor ca. 7 Jahrzehnten besiedelt wurde. 1938 wurde im Loher Feld eine Klause errichtet. Da der Weg zur Kirche nach Bokeloh sehr weit war, wurde das Loher Feld zur Kirchengemeinde Apeldorn abgepfarrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es im Loher Feld einen einfachen Glockenturm. 1996 wurde ein neuer schöner Glockenturm als ,,Mittelpunkt" neu errichtet.
Zur Erschließung dieses Raumes hat auch die Anlegung einer Kreisbahn von Meppen nach Haselünne im Jahre 1894 beigetragen. Schleper erhielt einen eigenen Bahnhof. Das Bahnhofsgebäude wurde leider zu Beginn der 70er Jahre abgerissen.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich langsam das Dorf. Etwas abseits der Heerstraße gelegen, ist wenig aus diesen Jahrhunderten bekannt. Der Ablauf der Jahreszeiten bestimmte das Leben. Vom Kriegsgeschehen verschont, muß Lohe doch von Zigeunern und Scherenschleifern, wie auch Holger Lemmermann in seinem Buch berichtet,nicht verschont worden sein.
Haupterwerb bzw. alleiniger Erwerb war die Landwirtschaft. Während die Eschflächen beackert wurden, dienten die weiten Heide- und Ödlandflächen der Schafzucht. Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts wurde auch in Lohe mit der Aufforstung begonnen, um auch hier Sandverwehungen und Sanddünen einzudämmen. Aber noch 1919 lag eine weite Heidelandschaft zwischen Schleper und Lohe wie Lehrer Johannes Domini berichtet, als er zum ersten Mal seine neue Stelle als Lehrer der Schulgemeinde Lohe antrat.


Wie auch wenig konkretes aus der Geschichte des Dorfes vorliegt, so ist ebenfalls wenig genaues über die Ursprünge der Schulgemeinde bekannt. Wie überall auf dem flachen Land wurden die Kinder vielfach von den Eltern selbst unterrichtet. In den größeren Städten und Dörfern, wie Haselünne, Meppen und Bokeloh gab es bereits relativ früh Schulen. Eine allgemeine Schulpflicht war nicht bekannt. Diese wurde erst später, so in Preußen 1717 eingeführt. Einige der größeren Schüler werden sicherlich die Schule in Bokeloh besucht haben. Die erste Sommerschule muß in einem Backhaus des beerbten Schulte zu Lohe eingerichtet worden sein, so berichtet es die Schulchronik. Die Gemeinde Lohe wurde im 17. Jahrhundert zu einer selbständigen Schulgemeinde erhoben. Das erste Schulgebäude wurde 1793 von der Gemeinde auf dem Brinke, mitten im Dorf umgeben von schattigen Eichen erbaut. Wie damals üblich, ein kleines einfaches viereckiges Gebäude aus Fachwerk mit Bleifenstern. Vier Bänke, ein Tisch mit zwei Sitzbänken, in der Mitte ein massiver ,,Plattenofen". Dies war im wesentlichen die Einrichtung. Unterrichtet wurde im Winter. Im Sommer fehlte einfach die Zeit. Die Hilfe der Kinder wurde auf den Höfen und in den Häusern benötigt. Erst seit 1839 wurde auch im Sommer unterrichtet.
Dieses Gebäude, klein und selbst für damalige Zeiten sehr einfach, war im Laufe der Jahre baufällig geworden. An gleicher Stelle wurde im Jahre 1856 eine neues, solide Gebäude errichtet. In diesem Gebäude wurde bis zum 1. Februar 1971 unterrichtet. Es war und ist Mittelpunkt des Dorfes Lohe.
Die alte Schule wurde in den vergangenen Jahren renoviert. Als ein Gebäude, welches mit der Geschichte und Entwicklung von Lohe auf das engste verbunden ist, sollte es auch nach Möglichkeit in Zukunft für Lohe als öffentliches Gebäude erhalten bleiben.
Lohe hat heute 272 Einwohner. Lange Jahre war Benno Hesemann Ortsvorsteher, dem Frau Klara Ewert nachfolgte. Ihre Nachfolgerin wurde am 01.11.2011 Frau Adelheid Witschen.

 

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