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Die erste schriftliche Nachricht über die Ortschaft Lage stammt aus dem 9. Jahrhundert. Im Jahre 823 bestätigte der Kaiser Ludwig der Fromme alle Schenkungen, die fromme Sachsen dem Benediktinerkloster Corvey vermacht hatten. Das Kloster Corvey wurde durch die Schenkung des Kaisers einer der größten Grundbesitzer im sächsischen Nordlande.

Unter dem Abt Warinus I. erhielt das Kloster im Jahre 834 nochmals vom Kaiser eine überaus große Anzahl von Schenkungen und Privilegien, wozu auch das Gebiet der Missionsstation Meppen mit allen 114 Höfen und 36 Morgen Salland gehörte. Unter diesen Höfen befand sich auch ein Hof in Lage. Der Name des Besitzers wird nicht genannt. Der Hof hatte eine Größe von 30 Hufen und hatte als Abgabe siebeneinhalb Eimer Honig als jährliche Pacht abzuliefern. Diese Abgabe deutet daraufhin, dass Lage wohl von ausgedehnten Heideflächen umgeben war. Die Höfe in Lage unterstanden dabei dem "Meierhof" in Andrup; dorthin mussten die Bauern ihre Abgaben liefern. Den Ortsnamen leitet Abels von "Lagi" ab. Seine Bedeutung weist auf eine baumlose, für die Kultur passende Flur mit verhältnismäßig ebener Fläche hin.
Im Laufe des 12. Jahrhunderts haben sich die vom Kloster eingesetzten Klostervögte vielfach in den Besitz der Salhöfe gebracht. In dem Zehntstreit zwischen dem Bischof von Osnabrück und Corvey kam der Hof Lage in den Besitz des Bischofs, der ihn fortan als Lehen vergab. 1360 wurde Johann von Beele mit dem Hermanns Hof und ein Reiner von Beele mit Eylardes Hof in Lage belehnt.
Für die nachfolgende Zeit erhalten wir keine urkundlichen Erwähnungen mehr. Es ist aber davon auszugehen, dass die Geschichte der Ortschaft Lage in den für den hiesigen Raum bekannten Bahnen verlief. Nach Beendigung des 30jährigen Krieges findet sich im Kommunikantenregister des Kirchspiels Haselünne ein Hinweis auf die Bevölkerung der Ortschaft Lage. Lage hatte nach diesem Register 53 Einwohner, wobei 5 unter 14 Jahre alt waren. Über die soziale Zusammensetzung der Bewohner Lages erhalten wir fast hundert Jahre später nähere Angaben. Im Status Animarum von 1749 lesen wir, dass der Ort inzwischen 75 Einwohner hat, wovon 25 unter 14 Jahre alt sind. Die Einwohner verteilen sich auf 11 Familien, 4 davon werden als Heuerleute genannt. In dem Register tauchen Namen wie Purck, Timmer, Honigfort, Grawe, Buiter und Ferholt auf, Namen die auch heute noch teilweise in Lage vorkommen. Im Jahr 1807 weist Lage dann 70 Einwohner auf, während es 1858 bzw. 1861 113 bzw. 97 Einwohner sind. Welche Gründe für den Rückgang der Bevölkerung maßgebend waren, läßt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Erwähnt werden muss aber, dass in der Zeit zwischen 1838 und 1866 insgesamt 23 Personen aus Lage nach Amerika ausgewandert sind. Im Jahre 1900 hatte Lage 134 Einwohner, 1939 dann 180. Zehn Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges wies Lage 167 Einwohner auf. Im Jahre 1973 wurden in Lage 168 Einwohner gezählt. Heute hat Lage 183 Einwohner.

 


Altes Fachwerkhaus in Lage

Durch einen Visitationsbericht der Schulbehörde erfahren wir, dass im Jahre 1792 in Lage eine Nebenschule existierte. An diesen Nebenschulen unterrichteten allerdings keine ausgebildeten Lehrer, sondern der Unterricht wurde häufig von Bauernsöhnen abgehalten. Die Kinder besuchten dabei gewöhnlich nur im Winter die Schule, im Sommer mussten sie bei der Feldarbeit helfen. Über den Standort der Schule schweigen die Quellen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann eine neue Schule gebaut. Im Jahre 1959/60 erfolgte ein Schulneubau an der Grenze von Andrup und Lage, der heute noch als Grundschule genutzt wird. Gleichzeitig entstand dort auch ein gemeinsames neues Wohngebiet.
Ablösung von den Abgaben im 19. Jahrhundert und Flurbereinigung im 20. Jahrhundert führten zu einer Aussiedlung von landwirtschaftlichen Betrieben. Zwischen 1928 und 1934 wurden in Lagerfeld insgesamt 20 neue Siedlerstellen geschaffen. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kamen noch einige neue Betriebe hinzu.
Ähnlich wie Lotten weist Lage noch eine Besonderheit auf, nämlich das Steinkreuz in Lage. Dieses Steinkreuz erinnert an die Verfolgung der Katholiken in der Grafschaft Lingen. Zwischen 1597 und 1702 versuchten die Oranier als Statthalter der Niederlande in der Grafschaft Lingen mit Gewalt den reformierten Glauben einzuführen. Katholische Geistliche und Lehrer wurden vertrieben und durch reformierte Personen ersetzt. Die Geistlichen ließen sich vielfach an den Landesgrenzen der Grafschaft im Amt Meppen nieder und hielten hier in Wohnhäusern, Scheunen, Schafställen oder auch unter freiem Himmel die sonntäglichen Gottesdienste ab, die von den Katholiken aus der Grafschaft Lingen trotz zu befürchtenden schweren Strafen besucht wurden. Die Katholiken aus Lengerich gingen zuerst nach Haselünne zur Kirche, dann nach Lotten zum Bauern Harren-Jans. Schließlich errichteten sie an der Stelle, wo heute das Steinkreuz zu finden ist, eine Notkirche (Kirchhausstätte), welche von ihnen von 1715 bis 1718 als Versammlungsort genutzt wurde. Die volle Religionsfreiheit erhielten die Katholiken der Grafschaft aber erst im Jahre 1822, als Lingen Bestandteil des Königreichs Hannover wurde. Zur Erinnerung an diese Glaubensverfolgung wurde im Jahre 1862 das Steinkreuz errichtet.


Lage war bis zur Gemeindereform selbständig. Am 1. Juli 1964 trat Lage dem Gemeindeverbund Samtgemeinde Kirchspiel Haselünne bei. Es vergingen aber noch fast zehn Jahre, bis Lage dann am 1. März 1974 als bis dahin formal selbständige Gemeinde in die Stadt Haselünne eingegliedert wurde. Lage ist seitdem Ortsteil der Stadt Haselünne. Ortsvorsteher ist Bernhard Purk jun..
Seit dieser Eingliederung ist die Zeit auch in Lage nicht stehen geblieben. Im alten Dorfkern sieht man noch heute schmucke Fachwerkgiebel. In der Nähe der Schule wurde ein Glockenturm und eine Schützenhalle erstellt. Der Schützenverein und der Sportverein SV Polle, zusammen mit Lotten und Andrup, haben einen festen Platz im Leben der Bevölkerung.

 

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