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Ähnlich wie Lahre kann man auch wohl Huden zu den ältesten Siedlungen des Emslandes zählen. Ein Indiz hierfür mag die Ableitung des Namens sein.

Folgt man den Überlegungen Hermann Abels, beinhaltet der Name sowohl die Bezeichnung für einen Schutzplatz als auch für einen Hüteplatz. Aus dieser Ableitung könnte sich dann ergeben, das Huden in einem Gebiete lag, in dem viel Viehzucht getrieben wurde. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich für Huden im Meppener Urkundenbuch für das Jahr 919. In dieser Urkunde wird Huden als "Huthun" zur Pfarrei Bokeloh gehörig genannt. Eine weitere urkundliche Erwähnung findet sich für das Jahr 1300, ebenfalls im Meppener Urkundenbuch. In diesem Dokument wird mitgeteilt, dass Rainer von dem Bele mit Johann Haghemann, einem Kirchherrn von Meppen, einen Tauschvertrag (wederwessele) abschloß.
Einige Jahre später findet sich die nächste urkundliche Erwähnung. Huden wird hier in einem Schadensbericht des emsländischen Drosten von Düthe genannt, den dieser an seinen Herrn, den Bischof von Münster, schickt. Wieder einmal hatte der Graf von Tecklenburg die Besitzungen des Bischofs mit Raub überzogen. Der Schadensaufstellung zufolge, wurden "... in dem Dorfe Huden 112 Kühe und 10 Schweine und geplündert ..., ein Schaden von mindestes 90 Mark." Da die Heerstraße von Haselünne nach Meppen damals über Huden zum Hudenerfähr führte, scheinen die Tecklenburger Grafen den Ort Huden häufiger heimgesucht zu haben. Im Jahre 1386 berichtet uns eine Urkunde von dem Verkauf des Hauses Helmer in Huden durch die Brüder Stephan und Jakob Bele an den Hufbeschläger Lübbeken.


Klause in Huden           

Eine Brücke wurde in Huden nach dem siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) gebaut, um "im Intresse und zur Hebung eines bedeutenden Handelsverkehrs" ein Überqueren der Hase auch mit für damalige Zeiten schweren Fuhrwerken und Fahrzeugen zu ermöglichen. Dabei gleicht die Lebensgeschichte dieser sogenannten "Hudener Brücke" einem Roman. Unzählige Schriftstücke künden von Freud und Leid in wechselnden Zeitabläufen unter Herzögen, Königen, Kaisern und Präsidenten. Bauern, Schiffer und Bürger haben sich wegen dieser Brücke mit Beamten der verschiedensten Obrigkeiten herumgestritten. Streitpunkt dabei war immer, wer für den Unterhalt der Brücke aufzukommen hatte, die anliegenden Dörfer oder die jeweilige Regierung. Der Streit wurde schließlich durch das Königliche Oberlandesgericht am 17. Januar 1887 entschieden. Die Brücke fiel den Gemeinden Bückelte, Lehrte und Huden unentgeltlich "anheim", wodurch jetzt die genannten Gemeinden für den Unterhalt aufzukommen kommen. Die Holzbrücke wurde im Laufe der Zeit baufällig und wurde im Jahre 1938 abgebrochen. An der bisherigen Stelle wurde keine neue Brücke wieder errichtet. Statt dessen wurde im Verlauf der heutigen Kreisstraße zwischen Hammhuden2 und Bückelte eine neue Betonbrücke gebaut. Bis Anfang der 60er Jahre konnten allerdings noch Personen an der Stelle der ehemaligen Hudener Brücke über die Hase setzen.


Einige hundert Jahre später finden sich Angaben über ein weiteres kriegerisches Ereignis, durch das Huden wie andere Orte im Emsland auch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gemeint ist hier der 30jährige Krieg. Aus dem Jahr 1624 hören wir von einem Bernd von Schleper, dessen Hof durch Kriegseinwirkungen völlig zerstört worden war. Gleiches wird von dem Bauern Oster aus Huden berichtet, der vor Verzweiflung seinen Hof verläßt und sich nach Holland begibt, um sich dort als Soldat anwerben zu lassen. Zu dieser Zeit suchte aber nicht nur der Krieg unser Gebiet heim, sondern es wütete auch noch die Pest. Das Kommunikantenregister, das der Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg im Jahre 1652 erstellen ließ, nennt daher für Huden auch nur 9 Familien mit 40 Personen über 14 Jahren. Etwa hundert Jahre später weist Huden nach den Angaben im Status Animarum  59 Einwohner auf, wovon 19 unter 14 Jahre alt sind. Diese Einwohner verteilen sich auf 10 Familien, 3 davon sind Heuerleute.
Die Geschichte des Bildungswesens in Huden ist eng verknüpft mit dem der Ortschaft Lahre. Über die Anfänge des Schulwesens in Huden ist uns nichts näheres bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts scheint es auch in Huden eine eigene Schule gegeben zu haben. Um das Jahr 1840 gingen in Huden 9 Kinder zur Schule, 3 Jungen und 6 Mädchen. 1844 wurde dann in Lahre eine neue Schule errichtet. Von da an gingen dann die Kinder aus Huden auch zur "neuen" Schule nach Lahre. Im Jahre 1956 wurde  eine zweiklassige Schule an der Grenze zwischen Huden und Lahre gebaut, um so für die Kinder aus Huden und Lahre einen möglichst gleich langen Schulweg zu schaffen. Im Jahre 1962 wurde dann zusätzlich eine Lehrerdienstwohnung in unmittelbarer Nähe der Schule geschaffen. Nachdem die Schule in Lahre-Huden aufgelöst worden war und die Kinder die Schulen in Haselünne besuchten, schuf man aus den bisherigen Räumen den Kindergarten Lahre-Huden, der 1992/93 noch einmal erweitert wurde.


Über die Jahrhunderte hinweg hat sich auch in der Gemeinde Huden eine fast reine landwirtschaftliche Struktur erhalten. Der nahe gelegene Bahnhof Schleper schuf dabei verbesserte Transportmöglichkeiten für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Es entstanden auch kleine handwerkliche Betriebe wie Stellmacherei und Tischlerei. In Huden wurde bereits 1928/29 eine Flurbereinigung durchgeführt, wobei allerdings keine Höfe ausgesiedelt wurden. Durch die gravierenden Veränderungen in der neueren Zeit hat die Landwirtschaft heute  ihren ehemaligen Stellenwert verloren. Die Zahl der Bauernhöfe hat sich daher auch in Huden stark reduziert, so dass heute die meisten Bewohner  nicht mehr in der Landwirtschaft tätig sind, sondern als Pendler ihren Arbeitsplatz außerhalb Hudens haben.
Im Laufe der Jahrhunderte hat die Bevölkerung von Huden zugenommen, wenn auch nicht kontinuierlich. Anfang des 19. Jahrhunderts zählte man 85 Einwohner, 1900 dann 75. Dieser Rückgang läßt sich nicht näher begründen. Im Jahre 1939 hatte Huden 80 Einwohner, wies dann im Jahre 1973 auf 135 Einwohner auf und hat heute 130 Einwohner. Ortsvorsteher ist derzeit Erwin Dühnen.
Huden hat seinen dörflichen Charakter behalten. So hat es kein eigenes Neubaugebiet angelegt. Schützenverein und Sportverein, zusammen mit Lahre und Schleper, prägen heute das Leben der Bewohner von Huden. 1994 wurde Huden in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen.

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