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Hamm ist die kleinste Einheit im Kreis der umliegenden Dörfer. 3 km südwestlich von Haselünne in landschaftlich reizvoller Gegend gelegen, hat es eine alte und interessante Geschichte. Es war bereits in grauer Vorzeit besiedelt. Aus der Bronzezeit liegen an der Grenze zwischen Haselünne und Hamm Lienkolk noch 5 Grabhügel. Weiter war der "Dodenkamp" zu Hamm ein vorgeschichtliches Gräberfeld.


Wie Rudolf vom Bruch in seinem Werk  "Die Rittersitze des Emslandes" schreibt, war Hamm der Stammsitz eines Geschlechtes, das mit dem Haselünner Burgmann Requin von Hamm am 13. August 1308 urkundlich zuerst erscheint, zudem aber wahrscheinlich schon der 1271 - 1288 genannte Osnabrück Kadomherr Bruno von Hamme zu rechnen ist. Bereits im Jahre 1131 wird ein Otte de Hamme als Zeuge eines Kaufvertrages, der vor dem Tecklenburger Vogte in Cloppenburg abgeschlossen wurde erwähnt.
Das Gut Hamm war ursprünglich ein Tecklenburgisches Lehn, welches nach dem Friedensschluß 1400 in Lehnshoheit der Münsterschen Bischöfe überging. Die Geschlechterfolge derer von Hamm ist belegt. Bernd von Hamme war 1401 im Besitz des Gutes. Er starb um 1443 und hinterließ das Gut seiner Tochter, die mit Heinrich von Ryne verheiratet war. Die Familie von Ryne, die den Beinamen von Hamme führte gehörte zur älteren Haselünner Burgmannschaft. Im Wege der Erbfolge ging 1597 das Gut auf Cunigund von Ryne, die sich mit Herman von Hövel vermählte. Das Ehepaar Hövel vertauschte 1602 Hamm gegen ein freies Erbe in Nortmoor in Ostfriesland und zog dorthin.
Neuer Eigentümer wurde Johann von Hüntel, der u.a. 1575 Bürgermeister von Haselünne war und später als Amtmann von Stickhausen in den Dienst des Grafen von Ostfriesland trat. Dieser, wiederum von 1603 - 1605 Bürgermeister von Haselünne, verbesserte und sanierte das Gut Hamm. Das Gut blieb im Familienbesitz und wurde 1789 an Katharina Gertrud Franziska von Hüntel vererbt, die seit 1783 mit Johann Adolf von der Decken verheiratet war. Dies Ehepaar konnte das Gut, ebenso wie das Gut Decken Lethe im Amt Vechta nicht halten und musste beide Güter 1818 verkaufen. In Hamm war das alte Herrenhaus 1812 abgebrochen und ein neues Wohnhaus errichtet worden. Dieses Gebäude bestand noch bis vor einigen Jahren. In Hamm wohnte Wilhelm Otto von der Decken, ein Bruder Johann Adolf von der Decken. Nach dem Tode Johann Adolfs ging 1885 Hamm auf seinen Sohn Wilhelm Otto über, der das Gut verpachtete.
Zwischenzeitlich war die Lehnshoheit des alten Amts Haselünne an den Herzog von Arenberg gegangen. In einem Prozeß bestritt Friedrich Wilhelm Otto von der Decken die Lehnshoheit, des Herzogs, musste sie aber 1845 doch anerkennen. Dem Herzog von Arenberg standen im Königreich Hannover standesherrliche Rechte zu, die dieser auch wie in diesem Fall gerichtlich durchsetzte. Unter Friedrich Wilhelm Otto konnten die vier Hammer Erben Blanke, Kruse, Cordes und Tensing 1835 den auf ihnen ruhenden Zehnten für 9000 Taler ablösen und sich freikaufen. Damit waren sie wirtschaftlich unabhängig.

 


Die Hase bei Hamm: Bootsanleger am Campingplatz

1858 verkaufte Decken das Gut Hamm an den bisherigen Kutscher des Gutes Lethe (Vechta) Friedrich Wilke. Wilke verpflichtete sich einen Sohn Wilhelm Otto den Assessor Philipp von der Decken zeitlebens in Kost und Wohnung aufzunehmen. Hierfür wurde ihm von der Kaufsumme 4000 Taler gestundet. Wilke finanzierte einen Teil des Kaufpreises durch Holzverkauf des Gutes. Als sein Kostgänger 1880 starb, musste er die Restsumme zahlen. In Folge von Zahlungsschwierigkeiten verkaufte er 1882 das Gut, von welchem bereits vorher Teile veräußert wurden, an den Landwirt Josef Voß. Wilke wanderte nach Amerika aus.
Weiter weiß Rudolf vom Bruch zu berichten, dass Hamm die Landtagsfähigkeit, Jagdgerechtigkeit und Fischereirecht in der Hase und den Laken hatte. Erwähnt wird, dass 1611 bzw. 1621 von den vier Hammer Erben Nippermann, Brümmer, Blanken und Cordes der Korn- und Blutzehnte angekauft wurde.
Dem Herzog von Arenberg waren zum 1. Dezember 1802 das Vest Recklinghausen und das Fürstbischöfliche Münstersche Amt Meppen als Ausgleich für seine linksrheinischen Gebiets-verluste, die an Napoleon fielen, zuerkannt worden. Das Amt Meppen war 1803 in sechs Gerichten, 19 Kirchspiele sowie zwei Städte und einem Flecken aufgeteilt, so u.a. im Gericht Haselünne, welches aus der Stadt Haselünne und Kirchspiele Haselünne, Berßen, Bokeloh, Herzlake und Holte bestand. Nach dem "Verzeichnis der im Amte Meppen vorhandenen Seelen, nach der beamtlichen Aufnahme der Volkszahl vom 1807 bei Gelegenheit der eingeführten Konskription" hatte Hamme seinerzeit 55 Seelen.


Die Entstehung und Entwicklung der Schule Hamm liegt im geschichtlichen Dunkeln. Es kann davon ausgegangen werden, dass wie in vielen anderen Dörfern des Emslandes auch die Dorfkinder im Winter unterrichtet wurden. Wie in anderem Dörfern auch, wird in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine eigene Schule mit eigenem Lehrer eingerichtet worden sein. Wegen der guten Beziehungen, vielleicht auch wegen der relativ nahen Lage zu Haselünne, wurde bereits früh die Kinder nach Haselünne abgeschult. Es wurde mit der Stadt Haselünne der "Gesamtschulverband Haselünne - Hamm" gegründet, der noch bis 1953 bestand. Seit der Zeit werden die Hammer Kinder in Haselünne unterrichtet. Dieser Schulverband wurde am 27. Februar 1956 aufgelöst.
Seinerzeit waren die Straßenverbindungen im Emsland sehr schlecht. Die Straße ging von Haselünne über Huden, dort über eine Brücke nach Bückelte und Lehrte. Erst im Jahre 1937 wurde die erste Hammer Brücke unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht. Leider wurde diese Brücke am Ende des Zweiten Weltkrieges beim Einmarsch zerstört. So musste eine neue Brücke errichtet werden, die wiederum unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am eingeweiht wurde. Während es sich noch Anfang dieses Jahrhunderts um eine relativ einfache Straßenverbindung von Hamm nach Haselünne gehandelt hat, so ist die Bedeutung der jetzigen Kreisstraße in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen. Sie wurde, nicht zur ungeteilten Freude der Hammer, weiter ausgebaut und eine neue breite großzügige Straßenbrücke über die Hase errichtet.
Im Festjahr 1997 feiert im Rahmen eines Dorffestes Hamm das 100jährige Bestehen seiner Hagelfeier. Die Hammer Glocke kann dieses Ereignis leider nicht einläuten. Sie befindet sich im Kloster Handrup und ruft dort die Gläubigen zum Gebet.
Hamm hat heute 80 Einwohner. Ortsvorsteher ist seit 1982 Bernhard Stagge. Sein Vorgänger war  Josef Schröder, der bereits seit 1938 Bürgermeister der Gemeinde Hamm und damit einer der dienstlängsten Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher war. Die jetzige Ortsvorsteherin ist Rita Nieters.

 

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