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Zahlreiche Bodenfunde zeigen, dass das Gebiet um Haselünne schon in der jüngeren Steinzeit (4000 - 2000 v. Chr.) besiedelt war. Sichtbare Zeichen hierfür sind die Großsteingräber. Man kann also davon ausgehen, dass auch auf dem Gebiet der Ortschaft Eltern damals Menschen wohnten. Zuverlässige Daten oder Beweise hierfür gibt es allerdings nicht.

 

 Die Klause in Eltern

Der Name "Eltern" leitet sich nach Abels von den Silben el, eli und ter, dere ab. El, eli kommt nur als Bestimmungswort vor und deutet auf eine Baumart hin, wobei aber in manchen Fällen die Frage entsteht, welche gemeint ist: der Holunder oder die Erle. Da aber die Erle als sumpfliebender Baum sicher in der alten Zeit im Emsland sehr häufig war und deshalb für einen Ortsnamen kaum ein passendes Unterscheidungs- oder Auffälligkeitszeichen bot, wird der Gedanke an den selteneren Holunder in der Regel näher liegen. Ter, dere ist ein indogermanisches Wort und bedeutet Baum, deriun dann Anpflanzung oder Gehölz. Eltern hieß um 1000 Elidrun oder Elderun, 1276 Eltern. Frei übersetzt bedeutet Eltern dann soviel wie  Ansiedlung am Holundergehölz.
Andere Forscher, z. B. Balow, leiten Ortsnamen häufig von Wasserläufen, Gewässern usw. ab. Eine genaue Ableitung des Ortsnamens muß daher im Dunklen bleiben.


Die Vorfahren der Bewohner von Eltern gehörten sicher zum Stamm der Amsivarier, die zur Römerzeit das Gebiet an Ems und Hase bewohnten. Nach der Christianisierung dieses Raumes zur Zeit Karls des Großen (742 - 814) und der Gründung der Missionszelle Meppen, gelangte das Gebiet und damit auch Eltern durch Schenkung des Kaisers Ludwig des Frommen, dem Nachfolger von Karl dem Großen, 834 an das Kloster Corvey gekommen. Das Kloster Corvey wurde damit zum größten Grundherrn im Gebiet zwischen der mittleren Ems und der Hunte. Um die Güter des Klosters besser verwalten zu können, wurden sogenannte Haupthöfe angelegt. Im hiesigen Raum wies das Kloster Corvey einen Haupthof in Andrup und einen in Lotten auf. Die hörigen Bauern hatten dorthin ihre Abgaben zu leisten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Ort Eltern in diesen Abgaberegistern, den Heberegistern auftaucht und somit urkundlich erwähnt wird. Eine solche urkundliche Erwähnung Elterns liegt aus dem Jahre 1107 vor. In diesem Heberegister finden sich Angaben über die Abgaben einzelner Ortschaften im hiesigen Raum. Die Bewohner Elterns hatten demnach 42 Scheffel Roggen, 7 Scheffel Hafer und 10 Scheffel Gerste abzuliefern. Mit Scheffel ist ein Hohlmaß von 20 Kilogramm gemeint. Über die Namen der Einwohner werden keine Angaben gemacht. Erst 1441 erfolgt die erste namentliche Erwähnung eines Elterner Bewohners. Am 21. Dezember verkauft Hennynges Brummer dem Konrad Schroders eine Rente von einem Malter Roggen für ein Darlehn von 14 rheinischen Gulden. Der Vertrag wurde vor dem Richter Hermen Snuck in Haselünne geschlossen, wobei festgelegt wurde, dass die Rente jeweils am St. Michaelistag zu zahlen war.
Für die dann folgende Zeit gibt es nur spärliche Aufzeichnungen. Ein tiefgreifender Einschnitt dürfte auch für Eltern die Zeit des 30jährigen Krieges (1618 - 1648) gewesen sein. Blieb dieses Gebiet zunächst von den Kriegswirren mehr oder weniger unberührt, änderte sich dies mit dem Jahre 1622. Mansfeldische Soldaten und darauf folgend kaiserliche Truppen hausten grausam. "Durch die Mansfelder und hernach durch die Kaiserlichen Völker liegen Häuser verbrannt und verheeret da, ..., die Ländereien können nicht vermietet werden, insonderheit sind die zur Hofesaat gehörigen Grundstücke meist wüst. " Nicht nur in Haselünne sah es trostlos aus, sondern auch im Umland. Die Bauern waren verarmt bzw. ausgeraubt, die Häuser verfallen. In Eltern war ein Bauer so verarmt, dass seine Kinder das Erbe nicht antreten wollten. Nur langsam erholte sich das Land von den Schrecken des 30jährigen Krieges.


Einige Jahre nach Beendigung des 30jährigen Krieges ließ der damalige Bischof von Osnabrück Franz Wilhelm von Wartenberg in seiner Diözese zwischen 1650 und 1661 durch seine Geistlichen eine Glaubensbefragung durchführen. In erster Linie wollte er sich wohl einen Überblick über die konfessionellen Verhältnisse in seiner Diözese verschaffen, indem er die Kommunikanten und Nichtkommunikanten aufzeichnen ließ, heraus kam jedoch durch diese Befragung ein fast komplettes Bevölkerungsregister. Diese Befragung erfaßte natürlich auch die Bauerschaft Eltern, wobei allerdings nur Personen aufgeführt wurden, die älter als 14 Jahre waren. Nach dieser Zählung hatte Eltern im Jahre 1652 vierundvierzig Erwachsene über 14 Jahre und wies zwölf Familien auf. Etwa 100 Jahre später wurde ein weiteres Seelenregister verfaßt. Diesem Register zufolge lebten 1749 in Eltern 115 Einwohner, wovon 47 Kinder unter 14 Jahren waren. Die Personen lebten in 19 Familien, davon waren 9 Vollerben (Landwirte) und 10 Heuerleute.  Heutige Familiennamen des Ortes tauchen bereits in diesen Registern auf und finden sich auch in den Steuerlisten der nächsten Jahrhunderte. Außerdem weisen diese Listen aus, dass Eltern eine reine landwirtschaftlich geprägte Struktur hatte. Dieses änderte sich erst in heutiger Zeit.
Schenkt man der Schulchronik von 1882 Glauben, so wurde bereits 1732 bei dem Heuermann des Beerbten Cordes die erste Schule erbaut. Zwischen 1830 und 1840 wurde dann wenige hundert Meter entfernt ein neues Schulgebäude errichtet. Auch dieses Gebäude entsprach in späteren Jahren nicht mehr den Erfordernissen, so dass das bisherige Schulgebäude abgerissen wurde. Am 6. Juli 1930 konnte dann das neue Schulgebäude eingeweiht werden, welches bis zu seiner Auflösung am 9. September 1971 als Schulgebäude benutzt wurde. Veränderungen in der Schullandschaft führten zur Auflösung der kleinen Dorfschulen. Die Kinder aus Eltern besuchten nun die entsprechenden Schulen in Haselünne. Das ehemalige Schulgebäude wurde zu dem noch heute bestehenden Kindergarten umgebaut.
Nicht unerwähnt darf auch bleiben, dass im selben Jahrhundert einige Bürger aus Eltern ihr Glück in der Fremde suchten. Sie wanderten nach Ungarn aus, kamen jedoch später zurück. Andere wanderten zur gleichen Zeit auch nach Amerika aus. Ob diese Auswanderung aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen geschah, läßt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen.
Die Herrschaft Napoleon I. im Emsland hatte auch die Bauernbefreiung mit sich gebracht. Sie konnten sich 1854 gegen ein entsprechendes Entgelt aus ihrer Abhängigkeit freikaufen. Einher ging damit auch die Festlegung der neuen Marken, wobei die Verhandlungen oft recht langwierig waren.


Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes Eltern erfuhr einen deutlichen Aufschwung durch die Anbindung an die Haselünner Eisenbahn im Jahre 1905. In Eltern wurde eine unbesetzte Haltestelle eingerichtet, die später allerdings wegen zu geringen Verkehrsaufkommens wieder beseitigt wurde. Dennoch spielt die Landwirtschaft weiterhin  eine dominierende Rolle. So wurden  zwischen 1920 und 1934 neue Bauernstellen im Elterner Feld geschaffen.
Die Landwirtschaft verlor nach dem 2. Weltkrieg ihre bis dahin führende Rolle. Im Jahre 1807 hatte Eltern 111 Einwohner, 1858 bzw. 1861 dann 135 bzw. 137 Einwohner. 1882 hatte Eltern dann insgesamt 120 Einwohner in 21 Haushaltungen. 10 dieser Haushaltungen wurden als Vollerben, 3 als Anbauern und 8 als Heuerleute bezeichnet. Somit war die gesamte Bevölkerung noch in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Technisierung in der Landwirtschaft führte dann aber zur Aufgabe von Höfen, zumal man in den Industrieansiedlungen am Ort, z.B. Kraska (1960-62), Arbeit finden konnte. Durch die Schaffung von Neubaugebieten (Waldsiedlung; später Bramland) wuchs die Bevölkerungszahl. Hatte die Bevölkerungszahl 1939 noch 193 Einwohner umfaßt, waren es 1961 schon 272 Einwohner und stieg dann 1965 auf 480 Einwohner. Dabei galt es auch, die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen zu integrieren. Heute hat die Ortschaft Eltern  764 Einwohner.
Ortsvorsteher ist zur Zeit Stefan Rolfers.
Verkehrspolitisch von entscheidender Bedeutung war der Ausbau und die damit verbundene Begradigung der Bundesstraße 213 , die bisher bogenförmig durch den Ort geführt hatte. Dieser Ausbau erfolgte in den Jahren 1963/64. Die Verlegung der Bundesstraße brachte wiederum die Aussiedlung einiger Höfe mit sich. Die bisherigen Besitzer fanden ein neues Zuhause im Elterner Feld. Etwa zur gleichen Zeit (ab 1959) fand auch die Flurbereinigung statt.

 

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