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Bis zur Mitte unseres Jahrhunderts war das Dorf Bückelte eine typische Bauerschaft. Gehöfte von 3 Vollerben und einer wechselnden Anzahl von Teilerben und Heuerleuten gruppierten sich um den Dorfbrink. Ein geflochtener Holzzaun mit 7 Haken (Pforten) umgab das ganze Dorf. Er gestatte den Bauern, ihr Vieh frei auf dem Brink umherlaufen zu lassen. In der Umgebung ermöglichten ausgedehnte Weiden, Wiesen und Hudewälder eine ergiebige Weidewirtschaft. Darauf läßt eine Anzeige des Drosten Stephan von Düthe schließen, nach der 1365 allein in Bückelte während der Tecklenburger Fehde 105 Kühe, 210 Schafe und 14 Schweine geraubt wurden. Auf den ältesten Eschböden weist Ernst Giese eine Plaggenauflage bis zu 1,30 m nach und bestätigt damit einen frühen Ackerbau. Im 11. Jahrhundert erwähnt ein Corveyer Zehntregister einen Bückelter Bauern mit einer Abgabepflicht von 20 Scheffeln Roggen und 3 Scheffeln Hafer. Als Kornzehnten hatten die Bückelter später (nach Erich Riebartsch) jährlich im Schnitt 160 Vierup (50 ½ DZ) Roggen zu entrichten. Zehntherren waren von 1463 bis 1720 die Ritter von der Kreyenborg, danach die Haselünner Armenkommission.
Während die Hase bis heute die natürliche Siedlungsgrenze nach Norden bildet, schob sich das ständig vergrößerte Kulturland immer weiter nach Süden vor. Seit der Besiedlung der Haseniederung hatten in dem von Urwald überzogenen Osterbrock vernichtende Rodungen eingesetzt. Sie ließen riesige Heideflächen zurück. An der Nutzung der menschenleeren Mark zur Viehweide und zum Torf-, Sudden- und Plaggenstich war Bückelte mit 12 benachbarten Bauernschaften und der Stadt Meppen beteiligt. Die Heideregion der Feldmark wurde immer mehr als Schafweide genutzt. Die sich ständig vergrößernden Herden hatten eine Überweidung und Versandung des Feldes zur Folge. Der Wind warf den Sand zu Dünen auf und drohte, das Ackerland damit zuzuschütten. Darum ordnete die Regierung an, die Sandwehen zu dämmen und ,,Tannenkämpe" anzupflanzen. Weil die Bauern um ihren Schafbestand fürchteten, suchten sie die angeordneten Maßnahme zu boykottieren. Bevor sie Kiefernsamen säten, machten sie ihn durch Kochen keimungsunfähig. Bereits wachsende Schonungen ließen sie heimlich von Schafen abfressen. Schließlich überließen die Bückelter mit einigen Nachbargemeinden dem Herzog Engelbert von Arenberg eine Sandfläche von 422 ha (welche die Stadt Meppen um 415 ha ergänzte). Darauf pflanzte der Herzog in Jahren 1872-1875 den Engelbertswald. Bei der Generalteilung des Osterbrocks (1835) wurde Bückelte entsprechend seiner 8 ¾ Erbgerechtigkeiten mit 122 ha Bodenfläche abgefunden. Das Anlegen von Waldgürteln und die Verwendung von Kunstdünger führten nach der Jahrhundertwende zum Abschaffen der Schafherden und zur Erschließung des Feldes. Unterstützt durch Finanzierungshilfen der Niedersächsischen Siedlungsgesellschaft und durch Wegebau- und Entwässerungsmaßnahmen des Arbeitsdienstes entstand um 1930 die Siedlung Bückelter Feld. Weitere Kultivierung, Aufforstung, verkehrsmäßige Erschließung und neue Formen der Bewirtschaftung bewirkten eine andere Aufteilung der Wirtschaftsflächen in Bückelte:

 

1871

1963

Acker 119 ha = 13,5 % 182 ha = 24,6 %
Wiesen 50 ha = 5,6 % 4 ha = 0,5 %
Weiden/Heiden 598 ha = 67,2 % 229 ha = 30,9 %
Sonstiges 2 ha = 0,2 % 5 ha = 0,5 %
Landwirtschaftiche Nutzfläche 769 ha = 86,5 % 420 ha = 56,6 %
Holzungen 74 ha = 8,4 % 227 ha = 30,6 %
Sonstiges 47 ha = 5,1 % 96 ha = 12,8 %
Gesamt 890 ha = 100 % 744 ha = 100 %

In der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts brachten der Fortschritt in der Landwirtschaft und die zunehmende Industrie in den umliegenden Städten eine starke Umschichtung der Dorfbevölkerung mit sich. Waren vor dem zweiten Weltkrieg nahezu alle Bückelter in der heimischen Landwirtschaft beschäftigt gewesen, so fanden jetzt immer mehr von ihnen Arbeit außerhalb des Dorfes. Solche sogenannten Pendler siedelten sich am Dorfrand an. Sie trugen dazu bei, daß eine ehemals traditionsgebundene Bauerschaft sich immer mehr der moderne Industriegesellschaft öffnet.

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